Die Anfänge
Asklepios
Bild 1: Asklepios

Will man nach den Anfängen der antiken Heilkunde suchen, gibt es zwei Wege die man gehen kann. Man kann sich dem Thema über die Mythologie der antiken Götterwelt oder über Schriften wie der Ilias vom Homer über den Trojanischen Krieg. Nimmt man den Mythologischen Weg wird am wohl mit Asklepios den Anfang machen, mal abgesehen davon, dass auch der Vater von Asklepios der Gott Apollo auch der Heilkunde mächtig war.

Die ältesten Funde der Heilkunde gehen bis in die Steinzeit zurück. Es gibt Schädelfunde aus der Zeit um 5000 v. Chr. an denen Trepanationsspuren eindeutig nachzuweisen sind. Anhand der Knochen Verwachsungen kann man davon ausgehen, dass bis zu 90% der Patienten die Operation überlebt haben. Wann der Mensch damit angefangen hat Heilkräuter oder Mineralien bei Krankheiten einzusetzen muss unbeantwortet bleiben, geht aber sicherlich noch weiter in der Zeit zurück.

Linea B Schrift
Bild 3: Linea B Schrift.

Die ältesten Schriften in der der Beruf des Arztes erwähnt wird sind wohl die Tontafeln aus der Spätminoischen I-III Zeit (1450 - 1200 v. Chr.) aus Kreta. Bei der Schrift auf den Tontafeln handelt es sich um Linear-B die erst 1952 von Michael Ventris und John Chadwick entziffert werden konnte. Auf diesen Tontafeln wird nicht nur der Beruf des Arztes erwähnt sondern auch Drogen wie Sellerie, Fenchel usw.. Mehr ist zur Heilkunde aus diesen Schriften leider nicht zu erfahre, da es sich wohl um Listen handelt die in erster Linie von Kaufleuten geschrieben wurden. Die ältere Bildschrift und Linear-A sind bis heute noch nicht entziffert worden und enthalten womöglich auch Informationen zur Heilkunde.

Wesentlich konkreter wird es dann bei den Epen von Homer, der Ilias und der Odyssee, wobei es bei der Odyssee nicht unumstritten ist ob sie überhaupt von Homer stammt. Bei der Ilias und der etwas jüngeren Odyssee handelt es sich um Werke aus dem 8. Jhd. v. Chr.. Freilich handelt es sich hierbei nicht um wissenschaftlich Werke und die Heilkunde nimmt auch keine zentrale Stellung in den Epen ein. Man muss sich im Klaren sein, dass es sich im Grunde um Romane handelt in denen aber immerhin die Heilkunde Erwähnung findet. Einer derer die die Ilias sogar nach Militärmedizinischen Gesichtspunkten analysiert hat war der Oberstabsarzt Dr. H. Frölich der dazu 1879 ein Werk verfasste. Dr. H. Frölich entdeckt dabei in der Ilias 147 Kriegsverletzungen die teilweise auch medizinisch behandelt wurden.

In der Zeit vor dem Trojanischen Krieg war die Heilkunde eine rein religiöse Angelegenheit. Wenn man gesund war, hatte man das den Göttern zu verdanken, war man krank, wendete man sich an alle Götter und hoffte auf Genesung. Bis dahin gab es nämlich keine auf Heilkunde spezialisierten Götter. Dazu finden wir in der Ilias Hinweise, wie zum Beispiel den Gott Apollon, der die Seuche schickt, aber auch wieder nimmt. So konnten alle Götter die Menschen bestrafen und ihnen Krankheiten schicken, aber alle konnten ihnen die Krankheiten auch wieder nehmen ganz nach Belieben oder wie es die Situation in einem Götterstreit erforderte. Wenn es um das Thema Gesundheit ging, wurde je nach lokaler Situation oder Begebenheit mal der eine Gott, mal der andere Gott verehrt. Auch findet eine Vermischung mit der ägyptische Götterwelt statt.

Erst in der Zeit nach Homer (er lebte etwa im 8. Jh. v. Chr.), also nach seinen Epen über den Trojanischen Krieg, entstanden am Ende des 6. Jh. v. Chr. die ersten Götter der Heilkunde. Die Bekanntesten sind Apollon (Vater des Asklepios, ihm wurde 431 v. Chr. in Rom auf dem Marsfeld ein Tempel geweiht), Paeon (Arzt der Götter), Artemis (Für Frauen und Kinder) und natürlich der Wichtigste von allen: Asklepios, der Gott der Heilkunde, sowie seine Familie. Seine Frau Epione, die für die Linderung der Schmerzen verantwortlich ist, seine Söhne Machaon und Podalirius, die bereits im Trojanischen Krieg als Wundärzte in Erscheinung treten, sowie seine Tochter Hygeia. Zu beachten ist, dass Asklepios und seine Söhne nur als Wundheiler in Aktion treten, von Hilfe bei mehr oder weniger einfachen Krankheiten ist nicht die Rede.

Man begann zu Ehren des Asklepios Tempel bzw. ganze Heiligtümer zu errichten. Wann und wo das erste Asklepios-Heiligtum bzw. Tempel entstanden ist, kann heute nicht zweifelsfrei bestimmt werden. Wenn man annimmt, dass es durch die beiden Söhne des Asklepios, Podaleirios und Machaon, gegründet wurde, könnte es in Trikka gelegen haben, denn Homers Ilias lässt die Vermutung zu, dass jene dort gelebt haben.

Der griechische Geschichtsschreiber Strabon beschreibt das Asklepios-Heiligtum bei Epidauros und sagt, dass es der Anlage in Trikka sehr ähnlich gewesen sei. Allerdings konnte in Trikka bis jetzt kein Asklepios-Heiligtum nachgewiesen werden.

Der erste wirklich archäologisch gesicherte Asklepios-Tempel befindet sich bei Epidauros in Griechenland, wo Asklepios möglicherweise auch geboren wurde. Mit Hilfe von Ascheresten der Opfergaben auf einem Altar konnte die Anlage auf das 7. Jh. v. Chr. datiert werden. Betrieben wurde diese bis in das 5 Jh. n. Chr. Nach dem sie durch die Ausbreitung des Christentums an Bedeutung verloren hatte, wurde sie im Jahre 426 geschlossen. In der Geschichte blieben Epidauros und ggf. Trikka nicht die einzigen Asklepios-Heiligtümer - sie breiteten sich rasch in viele Städte aus, letztlich und endlich bis auf die Tiberinsel nach Rom.

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